30. März 2009 um 14:16 · Abgelegt unter Katamaran-Charter, La Coruna, Mitsegeln, Sommertörn
Highlight Sommertörn : Eckernförde – La Coruna /Spanien Juni 2007

Sommertörn
Das Ritual glich dem aus der Karibik: fünf abenteuerlustige Erwachsene , festverankert in Beruf und Familie, nehmen sich eine Auszeit für die langersehnte Umrundung Europas auf einem schnellen Hochsee-Katamaran Vom 5. bis 22.Juni soll die Strecke von rund 1350nm in 3-4 Etappen ersegelt werden. Montag, der 4.6. – noon – alle Seesäcke liegen auf der Pier im Stadthafen Eckernförde; natürlich fehlen noch die beiden Münchener ( haben es auch am weitesten ).Nach überdrehter Begrüßung stürmen wir Aldi ,Lidl und Sky sogar mit Liste! Vier Einkaufswagen voller Seglerdelikatessen! Was doch assimilierte Mitteleuropäer für heimliche Gelüste in sich vergraben und im Angesicht der „entbehrungsreichen Seefahrt“ mit Eifer an die Kasse tragen! Tonnenweise Katjes und Süßigkeiten in allen Variationen! Hamstertriebe.-Das Einkaufen für Törns ist immer ein Erlebnis. Diesmal, für 5 Personen und 3 Wochen: 4 Einkaufswagen voll, unter anderem: 6 Paletten Cola, 2 Paletten Dosenbier. Und viel Frisches! Bei unserer großen Kühltruhe kein Problem. Insgesamt 500 Euro bezahlt. Eigentlich hätte man doch wenigstens ein paar persönliche Dankesworte vom Filialleiter erwarten dürfen, oder? Zumindest wurde eigens für uns eine eigene Kasse aufgemacht…
Plan für die nächsten Tage: Dienstag durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Brunsbüttel, Mittwoch weiter nach Cuxhaven. Abends erfahren wir: SW-W 7 in Elbmündung , keine Chance, dort raus zukommen. Eine andere Yacht hat es schon versucht – nach Stunden Kampf haben sie es offenbar aufgegeben. Frühestens Mittwoch Abend ist Besserung in Sicht.
Abendessen: zur Einstimmung und Niveau-Grenze von unserem Skip MAT ( der 20 Jahre in Frankreich gelebt hatte) gab es“ Coque au vin provencale „ mit Creps myrthes flambe. Das also sollte unseren Ehrgeiz in der Küche aufwiegeln! Gleich vorweg: es gelang ,wir speisten durchweg herrschaftlich international.

Schleuse Holtenau - Nord Ostsee Kanal
Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal. Anfangs Sonne! Frühstück an Deck mit Rührei, Speck etc. Irgendwie war uns das Wetter aber nicht wirklich wohlgesonnen: Während des Frühstücks fing es schon an, zuzuziehen, erste Tropfen fielen vom Himmel. Wolken, Sonne im Wechsel begleitete uns letztendlich durch den gesamten Kanal. Der Nord-Ostsee-Kanal ist wie ein ruhiger Fluß. Unter Motor fährt man dahin, die Uferböschung immer in greifbarer Nähe. So müssen sich Binnenschiffer fühlen: gemächlich dahintuckern an grünen Landschaften vorbei. Gelegentlich sieht man einen Angler, Fahrradfahrer oder Spaziergänger, ansonsten Stille. Gegen Abend, um ca. 21.00 machen wir in Brunsbüttel fest. Es ist eine witzige, kleine Marina direkt an der Schleuse zur Elbe. Ständig fahren dicke Schiffe in greifbarer Nähe vorbei. Imposant, wenn man unter Deck aus einer Luke nach oben schaut und die Aufbauten dieser Schiffe vorbeiziehen sieht.
Die Nordsee: Wind SW 6-7, abnehmend (Immer dieser SW! Immer gegenan!)
Trotz setzendem Hochwassers beschließen wir, loszusegeln. Die Ebbe würde erst gegen 1700 einsetzen, was uns zu spät wäre. Zunächst bis Helgoland

Helgoland
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02. März 2009 um 09:43 · Abgelegt unter Katamaran-Charter, Ostsee Segeln
Ein Erfahrungsbericht
Jetzt denkt doch jeder sofort:“ schon wieder so ein Oberschlaukopf , der die schönste Sportart der Welt ` hochsensibel` und intellektuell analysieren und mit bestimmten Inhalten befrachten möchte – anstatt Katamaransegeln einfach nur zu genießen !“Unstrittig sind jedoch einige Formen gesellschaftlich anerkannter Segeltherapien:

Ostsee Segeln
Man spricht von Erlebnispädagogik oder von Erlebnistherapie , wenn man versucht , auf längeren Segelreisen , jungen Menschen in psychosozialen Notlagen zu helfen. Die etwas kürzeren Segelreisen heißen Incentives. Auf solchen wird versucht, z.B. Bänkern oder aus dem Ruder gelaufene Hedgefonds-Managern wieder `soziale Kompetenz `als Grundlage betrieblicher Effektivität und gesellschaftlichen Konsenses zu vermitteln.
Jeder Segler kennt den unübertroffenen Wohlfühleffekt beim Segeln ! Die Entspannung nach einem abwechslungsreichen Tag mit Manöver-Training – abends nach dem „Anleger“ im Hafen - ist auch beliebt. Aber deshalb gleich von Therapie zu sprechen kam mir bislang nicht in den Sinne. Doch als Skipper des Charter Katamarans SATURN bemerkte ich zunehmend in den letzten Jahren, dass Crewmitglieder, denen ihre chronischen Rückenschmerzen beim Verstauen des Proviants am ersten Tag noch anzumerken waren, nach zwei bis drei Tagen auf See nicht mehr davon sprachen. Als geschulter Beobachter erkenne ich die Leiden der anderen sofort.
Denn ich bin Teil der zwei Drittel westeuropäischer Bevölkerung , die jahrelang unter chronischen Rückenbeschwerden leiden. Heute bin ich schmerzfrei – zumindest überwiegend - und zähle zu meiner Überraschung 48 Lenze.Als es vor ca. 25 Jahren mit dem Rücken begann, hat mich das völlig aus der Bahn geworfen. Ich war sportlich, lebte einigermaßen gesund, agil, engagiert mit einer überwiegend positiven Lebenseinstellung. Und trotzdem suchte ich Ärzte und Chiropraktiker auf .Unzählige Röntgenbilder mit unterschiedlichen Diagnosen ! Über zehn Jahre wurden die Schmerzen immer schlimmer und man wollte operieren! Schon sah ich mich als Krüppel den Rest meines Lebens dahinvegetieren!
So nicht! Mein Leben muss sich ändern .Ein letzter Besuch beim Chiropraktiker – leider kannte ich damals noch keinen Osteopathen.
Der gestandene, berufserfahrene Knochenbrecher verpasste mir jede Menge Spritzen mit Bienengift , um mich etwas bewegungsfähig zu bekommen. Dann gab er mir einen letzten Rat: ” ab in die Sonne und jeden Tag zwei Minuten an den Füßen aufhängen!” Noch am gleichen Tag fuhr ich , schmerzverkrampft hinter dem Steuer nach Südfrankreich zum Segeln.
Dank starker Tabletten gelang es mir in den ersten Tagen auf der 14m Alubat wenigstens in der Koje einigermaßen zu überleben. Doch die Krängung des Monos und die kurzen Wellen im Mistral machten mir sehr zu schaffen. Jeden Abend suchte ich mir in der
Umgebung einen Kinderspielplatz mit Reckstange : zum Aufhängen an den Füßen. Schon kurios die Reaktion der Franzosen am Abend : „Mon Dieu! Vit, vite une ambulance !“ Und so wäre ich fast wieder auf dem Operationstisch gelandet.
Im Hafen von Porquerolle – mal wieder“ upside down“an einer Teppichstange – stand milde lächelnd Jean-Luc vor mir: „ Ca va ? Des grandes douleurs?“ Sofort war mir klar :hier steht ein “Wissender` `oder ein “Leidender“ .Bei `Moules grantinees` und `Pic poule de Pinet` - übrigens der beste Weißwein zu Meeresfrüchten - berichtete ich von verschobenen Gelenken und Wirbeln. Kurzum Jean-Luc war Osteopath, amüsierte sich königlich über meine hauseigene Kopfüber - Heilmethode, und besaß einen Katamaran Outremer ( aus Grande Motte/Montepellier). Das war für mich wie ein 6er im Lotto: von Osteopathen hatte ich bisher nicht viel gehört und tolle Katamarane kannte ich nur aus Prospekten. Jetzt sollte ich beides auf einmal kennen lernen .Gleich am nächsten Morgen ging es vom` Mono` auf den` Multi` und mit doppeltem Segeltempo Richtung Cannes und Nizza. Durchs aufrechte Segeln fiel für mich zunächst die Angst weg, bei starker Krängung auszurutschen und Wirbel zu verdrehen. Dann erhielt ich einen Crash-Kurs in Grundlagen der Osteopathie.
Osteopathie aktiviert die Selbstheilungskräfte im menschlichen Körper. Exakt das, was mir mein Arzt aus Hamburg mit auf den Weg gab .“ Wenn du nicht unters Messer willst, fange an, dich selbst aktiv zu heilen!“ Die Osteopathie wirkt hauptsächlich auf die Zirkulation der Körperflüssigkeiten . Blut und Lymphflüssigkeit transportieren die Nährstoffe bis in die kleinste Zelle. Da sich Blutgefäße und Lymphbahnen sozusagen im Bindegewebe befinden, können sie bei Bewegungsstörungen leicht eingeklemmt werden.
Sehr verkürzt, aber es leuchtete mir ein . Abends bekam ich meine erste Cranio-Sacral-Behandlung mitten im alten Stadthafen von Cannes vor den Augen der Flaneure auf dem
Quai St-Pierre. Mit seinem salomonischen Lächeln erklärte Jean-Luc seine Anwendung dem neugierigen Publikum und verteilte seine Visitenkarten – auch eine Art der Werbung.
Was soll ich sagen? Alles zusammen half: die osteopathische Therapie, mein upside-down hanging, die wunderbare Wärme des Mittelmeeres, das herrliche Essen und die tollen Leute.
Das alles veranlasste mich dazubleiben, und ich blieb außerordentlich abenteuerliche 18 Jahre im Languedoc.
Seit einem Jahr wieder in Eckernförde, bin ich selbst stolzer Besitzer und Skipper eines fantastischen Charterkatamarans und kenne auch noch einen äußerst fähigen und segelnden Osteopathen in Kiel.
Warum nicht aus den Erfahrungen lernen und Heilung auf dem Katamaran für jedermann zugänglich zu machen?
Wir bieten Katamaransegel - Wochen-Törns ab sofort auf der Ostsee und ab September auch im Mittelmeer mit begleitender Behandlung für Rückenleidende an. Durch die schonende Bewegung des Katamarans in der Welle wird die innere Mikro-Muskulatur des gesamten Organismus aktiviert. Dann erfolgt eine zielgerichtete osteopathische Behandlung.
Das alles garniert mit mediterraner Küche und viel guter Laune unter netten Leuten. Wer soll da nicht gesund werden?
Also ihr stillen “zwei Drittel- Leidenden” : Meldet euch unter: 0049 1729327966
oder: matmesh@gmx.de allgemeine Info: www.matsail.com
ich freue mich auf euch : euer MAT