2.11.09 Arguineguin, das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen –ein Ortsname wie eine exotische Frucht mit Erdbeer-vanille - Geschmack und weichem Fruchtfleisch ,so etwa einer reifen Mango ähnlich…. Da kamen wir dann ewas geschafft abens um 8:oo uhr an.
Skipp MAT und seinen Katamaran - ein Super Charter Katamaran mit vier Duschen und Toiletten - habe ich vormittags bei der Markthalle in Las Palmas kennengelernt: Holla guapa, como estas,estas sola? Lustige Ansprache und ich habe doch mal vor Jahren Germanistik studiert. Vielleicht ne Gelegenheit mein Alleman etwas aufzupolieren…Mat erzählte sogleich von der bevorstehenden Transatlantik - Überquerung in die Karibik und es packte mich sofort. Aber bleiben wir mal realistisch: ich habe hier einen Job uns kann so schnell nicht fort, doch für einen Tagesausflug in den Süden von Gran Canaria hätte ich schon Zeit.
Eine Stunde später waren wir auch schon an bord dieses wirklich beeindruckenden Raumwunders an Schiff : mehr Platz , wie in meinem kleinen Appartment.
Normalerweise segel ich Tornado hier im Club aber das ist schon etwas anderes. Nach einem Willkommenssekt motorten wir erst einmal aus der Abdeckung des Hafens, um vernünftigen Wind einfangen zu können - das wir uns später mehr als genug Wind einfangen würden, davon war hier draußen noch nichts zu spühren.
Ein mäßiger N-Wind mit langer Dühnung trieb uns gemächlich südöstlich möglichst weit raus, um die auf den Canaries so berüchtigten Nachmittags-düseneffekte zu meiden .
Gegen 16:30 uhr frischte der wind dann plötzlich auf und kam aus NE ewas ungewöhnlich, da wir schon über 20 min ausserhalb waren.
Wir halsen und fahren nun mit 10kn und frischem Wind Richtung Las Palomas. Herrliches Segeln, der Katamaran reagiert sehr direkt auf das Ruder - für mich eine ungewöhnliche Art des Segelns - ein angenehmes Gefühl von Schnelligkeit . Mat machte uns gerade im Salon etwas Salat zurecht , er kann übrigens sehr
phantasievoll kochen , was an Bord eher normal zu sein scheint, da nicht alles immer verfügbar ist. Dann mußte ich Mat rufen, da der Katamaran immer schneller wurde und der Ruderdruck doch so langsam meine Kräfte überstieg. Wir segelten schon mit 12Kn , Wind und Welle nahmen aber noch zu. Schnell die Fock weg , damit das Groß gerefft werden kann … ein kurzer Blick auf den Windmesser : wir sind schon bei 3o Kn! Trotzdem versuchen wir mit Motor in die Welle zu kommen und das vollgefierte Groß schnellstens seitlich im Wind zu reffen, doch das war vergebens und wurde sofort mit zwei großen Einsteigerwellen von der See abgestraft. Wir waren beide triefend naß. Es war also schon zu spät zum Reffen : der klassische Fall ist also eingetreten, obwohl wir alle erdenklichen Vorkehrungen getroffen hatten 1. Wetterinfo 2. großer Bogen um die Insel 3. bei Tageslicht, um bei abnehmenden Winden in die Düse einzufahren.
Es half alles nichts die entscheidenden 1o min waren zulange . Also surften wir mit 15 Kn die Wellen hinunter und Atlantikwellen sind 200-300m lang.
Anfangs etwas beängstigend, doch zunehmend brachte das ganze Riesenspaß, wenn man erst einmal das Gefühl für den Charter Katamaran hat, den Winddruck und die aufkommenden Böen in Einklangzu bringen wusste. Der Wind kam nun in Böen bis zu 40 Kn. Trotzdem ließ mich Mat das Ruder nach einer Einweisung übernehmen und ich sage euch: überwältigend - es gibt eine Phase beim Wellen - surfen, wenn der Wind schön achterlich und die Welle schön lang ist, so ab 13Kn Fahrt, dann hast du das Ruder mittschiffs, völlig ohne Druck und spürrst, wie das Boot selbst Spaß am surfen hat, wenn alles im Gleichgewicht ist.
Plötzlich ein schriller Pfiff und lautes Gebrüll von Mat: Eine Schule Delfine bestimmt 40 oder mehr sprangen seitlich am Schiff mit Schwung aus den hohen Wellen heraus, um möglichst lange durch die Luft zu schweben, so hatte man den Eindruck! Und vor dem Bug aus dem Wasser springen ist dann der nächste Schritt — immer seitlich anpirschen, um dann schneller als das Schiff aus dem Wasser zu hüpfen, zum Hohn des Skipers so scheint es. Das Wasser schäumte vor dem Bug von springenden Delfinen. Ich habe den Eindruck, die versammeln sich hier bei besonders staken Winden und lauern den Booten auf,
die schnell segeln, um es denen mal so richtig zu zeigen - ich meinte sie sogar lachen zu hören , oder war das nur das Heulen des Windes?
Grandios, dies geballte Kraft, und der Spaß dabei! Ein Delfin wollte höher hinaus als der andere! Wenn das kein tolles Omen ist!? Schade, dass wir uns noch nicht so richtig mit ihnen unterhalten können…
Nach 10min war alles vorbei - wie es schien, flaute der Wind auch etwas - Las Palomas querab - Pünktlich um 19:oo Uhr versank die Sonne im Meer vor uns.
Natürlich hatte Mat schon den Sundowner auf dem Silbertablett - salute Chica - salute Chico– chin chin. Etwas später motorten wir - kein Wind - endlich das Groß reinhohlen, kein Bruch .
In der Bucht von Arguineguin fiel der Anker und alle Anspannung mit uns ins Wasser, baden, albern und Essen gehen..
So jetzt seid ihr drann war das eine Entscheidung mitzusegeln? Ich werde wohl erst in der Karibik wieder dabeisein. Eure Alicia aus Alicante