Es soll der ultimativer Dauer-Trip mit dem Charter Katamaran SATURN - Ganz Europa - sein UUFF, die Leute sind von Bord und machen eine Autorundreise über GOMERA… Ich bin allein an Bord !!! Ein Geschenk- Hinweis - Fatma !!! GOMERA : aktuell 35Grad- Luft - Sonne - Wasser 25Grad - Könnt ihr euch das überhaupt vorstellen? Oder wollt ihr das etwa gar nicht , weil es nicht ins Wetterschema Nord-Europas passt? Macht ja auch neidisch , ich weiß … habe ja noch einmal in diesem Sommer 6 Monate versucht, in alt Teutonien ein paar Allmosen zu verdienen mit so etwas ungewöhnlichem wie einem schwimmenden Plastik - Ufo oder Frittenbude - oder wie sonst ein allwissender teutonischer Schiffersmann meinen superluxuriösen Katamaran noch verunglimpfen könnte. Das schlimme ist, daß die das auch noch glauben, obwohl sie vom Rest der Welt tatsächlich noch nichts gesehen haben. Schluß mit den Tiraden : Hola, que pasa, que tal? Das ist hier angesagt. Ich sitze hier also auf meinem Charter Katamaran SATURN und schlürfe genüßlich eine Pina Colada. Es ist 16:oo Uhr Ortszeit und die Sonne, meint es wieder gut mit den Menschen. Gerade war ich noch schnell am Strand, um mich ein wenig abzukühlen.

Traumstrand von Gomera
Denn tausende von Lesern erwarten schließlich einen detallierten und nicht nur gefaselten Bericht der letzten zwei Monate. Alles begann doch am 8.o9. um 9:oo Uhr in Kiel - mit meiner persönlichen Herausforderung, dem Eberhard, dem erfahrenen Skipper auf diversen Booten im Überführungs-Streß. Mein fitter Hand gegen Koje-Mann aus Harwich ist ja beim ersten Sturm im Hafen schon geflüchtet. So waren wir beiden alleine an Bord des Service-Wunders Katamaran SATURN. Schon in der Schleuse Holtenau überkam mich ein scheuer Anflug des Grauens anlässlich der fahrigen und unkontrollierten Bewegungen zweier linker Hände im Kampf mit einer Kalmpe und dem Festmacher. Schließlich war ich mal Coach für humoriges Theater - heute Comedy genannt - und hakte alles unter Anfangs - Verwirrung , neues Boot etc. ab. Hätte ich geahnt in welcher Weise dieses Verhalten noch zu toppen ist, wäre ich auf der Stelle alleine weitergefahren. Ich will euch nicht über die Massen mit Details belasten - und die Zeit färbt bekannlich schön. Wäre es nicht so, hätten sich 6o% der teutonischen Huminiden schon längst umgebracht. Das Wetterfenster mit nordöstlichen Winden blieb uns drei Tage erhalten . Der erste Stopp Sa 12.o9. in Cherbourg zum Einkaufen im nahegelegenen Supermarkt des großen Innenhafens.

Einkäufe für den Karibik Törn mit dem Charter Katamaran
Schleuse war auf - wir haben mit dem schnellen Dinghy der SATURN 50 m neben dem Markt festgemacht. Es ist einfach genial und wird von keiner mir bekannten Stadt im Englischen Kanal geschlagen. 4 riesige Einkaufstüten voller französischer Köstlichkeiten landen sanft im Beiboot und auf geht es knapp oberhalb der Wasserlinie - ich erwähnte noch garnicht, daß Eberhardt bei 1,65m Körpergröße satte 9o Kg Übergewicht hatte. Und das hat bei Einkäufen in kleinen Beibooten erhebliche Konsequenzen. Trotzdem tuckern wir, mutig durch etliche Pastice zügig auf die Schleuse zu und schippern fast mit voller Wucht dagegen. Sie ist zu! - massiver Stahl - genietet, geschätzt Ende neunzehntes Jahrundert. Die euphorische Säusellaune ist schlagartig dahin. Anlegen am Schleusenhaus. Alle schweren Einkaufstüten wieder entladen. Treppen rauf und die Aussicht, alles bis aufs Boot schleppen zu müssen, war kein echt französisches Amuesement. Diese Tiden machen mich als chronometerlosen Menschen immer nervös.

Ruhig liegt der Katamaran und wartet auf uns
Dazu kam, daß unser Super-Katamaran am Schwimmsteg A lag , keine Verbindung zum Yachthafen also. Entweder schwimmen oder nette Franzosen fragen. Und wie nett die waren … und wie viele . Auf einer 12m Ovni haben tatsächlich 14 Menschen Siesta gehaltnen: Großvater Skipper mit Frau , Typ Theodorakis, Kinder , Enkelkinder , Freunde und Bekannte eine ganz normale französische Wochenend Ausflugsgesellschaft eben . Und die waren nicht sauer, daß wir beiden stoffeligen Deutschen vergessen hatten, daß die innere Schleuse nur je eine Stunde bei Stillwasser geöffnet ist.Leute war ich froh, daß mir so etwas nicht in Bremerhaven passiert ist: Vorhaltungen , Anschuldigungen , Verfahren vor dem Seeamtsgericht… Kleines Fest mit den Stegnachbarn gefeiert . Es war ein Förderverein zur Erhaltung alter Traditionschiffe auf der Ile of Man. Alles gestandene Briten über 7o lenze mit einer gehörigen Portion Britischen Humors.Es war ein tolles Essen mit typisch französischen Tappas und Käseplatte - natürlich Cidre und Chadonay. Dabei kam heraus, das unsere Schleuse erst wieder um o3:oo Uhr nachts aufmacht. Also nach dem Dinner for 12 machen wir ersteinmal Siesta von 2o:oo bis o3:oo Uhr, motoren den Katamaran an die Schleuse und die machen doch tatsächlich für uns die Schwenkbrücke auf. Zum Glück kein Verkehr. Ich stürze von Bord auf den Schleusenwärter zu und mach ihm klar, daß wir nur unser Dinghy wollen. Er ist die Coolnis in Person, keine Hektik alles easy. Dabei fällt mir fürchterlich auf, wie sehr ich diese Lebenshaltung in Teutonien die letzten 4 Jahre vermisst habe. Die Wehmut weicht nüchternem Kalkül:Wir müssen weiter in wärmere Gefilde… Montagmorgen den Parasailor gesetzt und mit ihm durchgefahren bis in die Biskaja. Die Wellen werden höher und länger, der Katamaran surft die langen Wellen ab. Wind nicht sehr stark 20kn. Dann Dienstagnacht erwischt es uns. Der Sailor liegt vor dem Bug im Wasser und wir stoppen auf , die Wellen gehen über Deck. Das Ding hat 170qm und wirkt wie ein Treibanker - ein sehr guter Treibanker ! Es half nichts - ich muß nach vorne ins Netz - in jedem Wellental bis zur Hüfte im Wasser - Wir winschen den Sailor Stück für Stück an Bord. Dauerte ungefähr eine Stunde . Wie kann soetwas passieren? Das Ding ist bis 7 Bft ausgelegt. Rätseln können wir hinterher. Jetzt gilt es Strecke zu machen , solange der Wind günstig weht. Also Großsegel raus und weiter vor dem Wind. Das war ein elendes Geschleiche. Mit dem Sailor sind wir 8 - 1o Kn gelaufen und jetzt mal eben 4. Und das Gezappel vor dem Wind , obwohl ich den Bullenstander gesetzt habe! Wir eiern also die Portugisische Küste entlang Richtung Süden bis nach Avairo.
Mit dem Charter Katamaran an der portugiesischen Küste
Dort ist es nun wirklich wie in der alten Heimat an der Nordsee. Und es riecht ganz genauso hier. Priele und sumpfige Überschwemmungs gebiete soweit das Auge reicht. Eigentlich wollten wir die Stadt anschauen aber der Sprit im Beiboot reicht nicht aus. Also an Bord bleiben. Aber herrlich geschlafen nach all den endlosen Nachtwachen und dem rastlosen Geschaukel!.